22.9.2023

Tarifverhandlungen für Diakonie-Beschäftigte in Niedersachsen scheitern trotz umfangreichem Arbeitgeber-Angebot

(Hannover, 21. September 202) Die Tarifverhandlungen zwischen dem Diakonischen Dienstgeberverband Niedersachsen (DDN) und den Gewerkschaften Ver.di sowie dem Marburger Bund sind heute gescheitert. Trotz des umfangreichen und weitreichenden Tarifangebots des DDN konnten keine Einigungen erzielt werden.

Trotz mehrfachen Eingehens seitens des DDN auf Forderungen von Verdi, hielten die Arbeitnehmer-vertreter:innen weitgehend an ihren überzogenen Forderungen fest. So war keine gemeinsame Vereinbarung möglich. Zumindest konnte Einigkeit dahingehend erzielt werden, dass im Jahr 2023 ein Teil-betrag der Inflationsausgleichszahlung in Höhe von 1.000 Euro im Dezember 2023 ausgezahlt werden wird. Die Verhandlungen werden am 22. November 2023 fortgesetzt. Der Diakonische Dienstgeberverband Niedersachsen bedauert das Scheitern der Verhandlungen. Verhandlungsführer Dr. Jens Rannenberg: „Der DDN hatte ein umfangreiches Tarifangebot vorgelegt, das sich an den Forderungen der Gewerkschaften orientierte und eine erhebliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Entlohnung der gut 41.000 tariflich gebundenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den niedersächsischen Diakonie-Einrichtungen vorsah.“ Angebot des DDN im Detail Das Angebot des DDN enthielt deutliche Entgelterhöhungen von mehr als acht Prozent, die in zwei Schritten umgesetzt werden sollten. Ab dem 1. Mai 2024 sollten die Tabellenwerte um 4,2 Prozent an-gehoben werden, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 4,0 Prozent ab dem 1. Juli 2025 sowie insge-samt 2.450 Euro Inflationsausgleichszahlung. Insbesondere die unteren Entgeltgruppen wie auch die Pflegekräfte sollten von einer überdurchschnittlichen Steigerung von bis zu 21 Prozent in den nächsten beiden Jahren profitieren. Für Servicekräfte und Helferberufe waren Höhergruppierungen und zusätzliche Stufensteigerungen nach Tätigkeitsjahren vorgesehen, um effektive wertschätzende Verbesserungen zu bieten. In den mittleren Entgeltgruppen sollten die Verbesserungen je nach Entgeltgruppe, Stufe und Zulagenberechtigung zwischen ca. 11 und 16 Prozent liegen. Die vorgeschlagene zusätzliche Unterstützung von 130 Euro pro Monat für Sozialassistent:innen und Erzieher:innen sowie 180 Euro pro Monat für Sozialpädagog:innen in Kinder- und Jugendhilfeeinrich-tungen kann somit nicht umgesetzt werden. Dr. Jens Rannenberg: „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Annahme unseres Angebots nicht nur zur finanziellen Entlastung der Beschäftigten beigetragen, sondern auch die verantwortungsvolle und langfristige Sicherung der diakonischen Arbeit gewährleistet hätte. Das Angebot bedeutet für viele Unternehmen Personalausgabensteigerungen allein in 2024 von mehr als 11 Prozent. Kleine Einrichtungen sind bei einem solchen Abschluss von Illiquidität bedroht. Ver.di muss sich bewegen.“

DDN-Pressemeldung vom 22. September 2023